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Top-10 Anime Science Fiction Serien – Platz 6: Ergo Proxy

Sonntag, Februar 7th, 2010

Nein, ich habe mein top-10 Projekt nicht vergessen, ich war einfach etwas faul.

Auf Platz 6 kommt der von Manglobe produzierte, post-apokalyptische Cyberpunk-Anime Ergo Proxy:

In einer futuristischen Welt, die unter den Folgen einer globalen Umweltkatastrophe leidet, befindet sich die Kuppel-Stadt Romdeau. In dieser koexistieren Menschen und Androiden (Autoreivs) friedlich unter einem totalitären Überwachungssystem. Autoreivs, die einem einzelnen Menschen als Begleiter zugeteilt sind, werden Entourages genannt. Eine Serie von Morden durch Roboter, die mit einem Cogito genannten Virus infiziert sind, beginnt die empfindliche Balance in der sozialen Ordnung zu gefährden. Dieses Virus bringt die Autoreivs dazu, sich ihrer Existenz bewusst zu werden und eine Seele zu entwickeln.

Im Verborgenen führt die Regierung Geheimexperimente mit einer mysteriösen humanoiden Lebensform – Proxy genannt – durch, mittels derer sie glauben, das Überleben der Menschheit und ihre Machtposition sichern zu können. (wiki)

Dass die Macher dieser Serie Fans von Bladerunner sind ist unschwer zu erkennen. Amok laufende Androiden, die Kriminalgeschichte in einer dystopischen Zukunft, oder die Thematisierung von Identität und Bewusstsein im Posthumanismus lassen Anleihen zu Phillip K. Dick erkennen.

Was noch auffällt sind die zahlreichen Anspielungen auf die europäische Geistesgeschichte. So haben einige Charaktere das Aussehen von Michelangelo-Statuen und tragen die Namen bekannter Philosophen und Psychologen (Lacan, Derrida, Husserl und Berkeley). Auch die Entourages tragen Namen wie Deleuze, Guattari oder Kristeva.
Leider werden diese Bezüge zur Philosophie nicht weiter erläutert oder in einen Bezug zur Handlung gesetzt.

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Top-10 Anime Science Fiction Serien – Platz 7: Texhnolyze

Sonntag, Januar 31st, 2010

Ich war etwas zwiegespalten welchen Anime ich auf den siebten Platz der Top 10 setzen sollte. Ürsprünglich hatte ich Black Lagoon vorgesehen, ein kurzweiliges “Girls With Guns” Actionspektakel (aussagekräftiger youtube-clip), fand aber beim zweiten Nachdenken nicht genug Science Fiction Elemente um eine Aufnahme in diese Liste zu rechtfertigen.
Als zweite Wahl bin ich eine Weile zwischen Ghost Hound und Texhnolyze geschwankt, habe mich dann aber als Kompromiss für den letzteren, wie Black Lagoon ebenfalls von Madhouse produzierten Titel entschieden. Eigentlich würde ich auch im Nachhinein die Platzierung mit dem insgesamt solideren Anime Darker Than Black von #10 tauschen, aber egal.

Die Story: “Die Geschichte von Texhnolyze spielt in Lukuss, einer Stadt tief unter der Erdoberfläche. Diese Stadt wurde gegründet, weil man dort ein seltenes Metall fördern kann, das für die Konstruktion von künstlichen Gliedmaßen, die als Texhnolyze bezeichnet werden, unverzichtbar ist. Doch in Lukuss kämpfen verschiedene Gangs um die Macht, wobei ihnen nahezu jedes Mittel recht ist.

In diesem Umfeld leben die Hauptcharaktere, wie Ichise, ein ehemaliger Preiskämpfer der Unterschicht, der sich mit den falschen Leuten angelegt hat und dadurch einen Arm und ein Bein verlor. Schließlich geriet er in die Hände einer Ärztin, die ihn für Experimente mit speziellen Texhnolyze-Gliedern benutzen will.”
Quelle: Tomodachi

Texhnolyze ist ein düsterer Anime, eine gewalttätige Gangster-Story angesiedelt einer dystopischen unterirdischen Welt, bevölkert mit kalten, oft wortkargen oder unsympathischen Protagonisten (der Hauptcharakter spricht zum Beispiel erst in der dritten Folge das erste mal), deren Motivation die meiste Zeit im Dunklen bleibt. Auch die Story ist recht Obskur: Die siebte Episode ist mit “Pilot” betitelt, und erst dann ist Ichise’s Texhnolisation abgeschlossen und es die eigentliche Handlung der Serie beginnt. Gerade wegen dieser Brüche klassischer Erzählstrukturen ist Texhnolyze uneingeschränkt empfehlenswert. Er vermeidet gängige Anime Klischees, und bleibt so unvorhersehbar und spannend.

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Top-10 Anime Science Fiction Serien – Platz 8: Gankutsuō

Mittwoch, Januar 27th, 2010

Auf Platz acht meiner persönlichen, rein subjektiv ausgewählt und angeordneten SciFi-Anime Top-10 kommt ein visuell außergewöhnlicher Anime. Die Geschichte dagegen ist gut bekannt:

Gankutsuō beruht auf Alexandre Dumas’ Der Graf von Monte Christo. Die Handlung wurde ins Jahr 5053 verlegt und nimmt sich auch sonst einige Freiheiten, die dem Anime jedoch nicht zum Nachteil gereichen.

Die Story: “Bei einer Mond-Reise trifft Albert, ein junger Pariser Adeliger den Grafen von Monte Christo, einen reichen Aristokraten vom anderen Ende der Galaxis. Fasziniert von seiner Kultiviertheit und Intelligenz bemerkt Albert die finstere Absicht des älteren Mannes nicht: Rache zu üben, für einen Verrat der vor 25 Jahren gegen ihn verübt wurde. Schon bald wird ganz Paris, einschließlich Alberts eigenen Eltern, die schreckliche Rache des Grafen erfahren.

Denen die mich betrogen haben, werde ich Tod und tödliche Verzweiflung zukommen lassen. Eure Frauen und Kinder, eure loyalen Gefolgsleute, einer nach dem anderen werden sie meinem Charme erliegen

(übersetzt von hier)

screenshot von der offiziellen Webseite

Zunächst fällt die extravagante Animation auf, in der sich die Figuren wie ein bewegtes Mosaik auf verschwenderisch gezeichneten Texturen bewegen. Dieser Stil scheint am Anfang etwas abzulenken, doch kommt er dem Anime sehr entgegen. Das Wort “Camp” kommt in den Sinn. Nicht nur in den theatralischen Gesten, sondern auch im homoerotisch aufgeladenen Subtext, der unerklärlichen Faszination Alberts für den flamboyanten Grafen und dem Albert unglücklich hinterher schmachtenden besten Freund. Ich glaube ich muss trotzdem keinen Spoiler-Alert setzen wenn ich verrate dass kein schwules Happy End zu erwarten ist.

Gankutsuō bedeutet „Höhlenkönig“. Die Serie wurde im Jahr 2004 von Gonzo produziert.

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